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Das Maritime Hauptstadtforum (MHF) hatte am Donnerstag, 28. März 2019 in die Britische Botschaft Berlin zum 11. Maritimen After Work Club (MAWC) eingeladen. Unter der Schirmherrschaft des Deutschen Maritimen Instituts (DMI) sowie des NATO COE CSW (Center of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters) wurde intensiv über das Thema „Auf dem Weg in eine neue Weltordnung. China als treibende Kraft. Was wir von den Entwicklungen im Südchinesischen Meer und in der Arktis lernen können“ diskutiert.

Nach den Begrüßungen der etwa 70 Teilnehmer durch den Britischen Verteidigungsattaché, Brigadegeneral Rob Rider, und den Präsidenten des Deutschen Maritimen Instituts, Vizeadmiral a. D. Hans-Joachim Stricker, gab der Direktor des NATO COECSW und Kommandeur der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Christian Bock, ein kurzes Feedback zur Münchner Sicherheitskonferenz, bei der u.a. „Chinas Absichten in der Arktis und wie gehen andere Staaten damit um“ ein Thema war. Welche Strategien sind erkennbar? China: Partner oder Gegner? waren dabei relevante Fragen/Aspekte.

Bunks 11MAWC 005 450pxFlottillenadmiral Christian Bock, Kommandeur Einsatzflottille 1 / Direktor des NATO COECSW

Es folgen Impulsvorträge durch:
Herrn Dr. Michael Paul, DEU Institut für Internationale Politik & Sicherheit/Stiftung Wissenschaft & Politik (SWP), Berlin - Entwicklungen im Südchinesischen Meer Konfliktpotenziale und Eskalationsstufen
und
Herrn Fregattenkapitän d. R. Dipl.-Pol. Jörg-Dietrich Nackmayr – Arctic Affairs Adviser im NATO Centre of Excellence for Operations in Confined and Shallow Waters (COECSW), Kiel - Entwicklungen in der Arktis.

Paul stellte die asiatisch-europäischen Handelsbeziehungen und Warenströme dar, deren Umfang, Verlauf und Bedeutung sowie die Beeinflussung durch chinesische Aktivitäten im Südchinesischen Meer. „China beansprucht 90% des Südchinesischen Meeres und will diesen durch Ausbau von Stützpunkten sowie schichtweise angeordnete zivile und militärische Kräfte absichern“ so Paul „maritime Milizen (überwiegend Fischer), eine Küstenwache mit mehr Einheiten als die japanische Marine, und eine Kriegsmarine mit über 300 Einheiten größer als die US Navy (270-290 Einheiten) bilden diese Schichten.“

Nackmayr informierte die interessierten Teilnehmer über die Versuche Chinas in der Arktis sowie in Grönland und Island Einfluss zu erlangen.
Während China im Südchinesischen Meer „historische Besitzansprüche“ geltend macht, möchte es als „Nah Arktis Anrainer“ (Eigenbezeichnung) in allen Angelegenheiten unterhalb einer militärischen Schwelle mitreden. Chinas Spitzenpolitiker besuchen die Staaten, Bedarfe werden generiert und Hilfe angeboten, zivile Radaranlagen werden eingerichtet.
China sieht sich als „Anwalt der Inselbevölkerungen“.
„Besonderes Interesse gilt dem Rohstoff Uran und den seltenen Erden, weniger Gas und Öl“ so Nackmayr.

Den Impulsvorträgen folgte ein Podiumsgespräch und Forumsdiskussion, moderiert von Thomas Wiegold, Journalist und Blogger (Augengeradeaus) aus Berlin.
Fragen nach Reaktionen auf das Verhalten der Chinesen durch NATO, Europa, die Bundesregierung und auch die Deutsche Marine bildeten den Schwerpunkt der Diskussion.
„Aktualisierung der maritimen Strategie der NATO, Demonstration des „Freedom of Navigation (FON Ops)“ durch Präsenz eigener Kriegsschiffe in den genannten Seegebieten, Schaffung eines Lagebildes und Verstehen der chinesischen Vorgehensweise unter Nutzung interkultureller Kompetenz“ wurden als mögliche Handlungsoptionen identifiziert.

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 „Auch Veranstaltungen wie diese tragen zum Verständnis und besseren Beurteilung der Lage bei“ so die Schlussworte von Flottillenadmiral Christian Bock.

Bei anschließendem kleinen Buffet und gekühlten Getränken gab es ausreichend Gelegenheit zu einem vertiefenden Austausch mit den Vortragenden und weiteren Gesprächen. Der Begriff „Brexit“ war dabei in der britischen Botschaft häufiger zu hören.

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Text: Hartmut Renzel
Fotos: MHF/Bunks

Lesen Sie dazu:

  • Jörg-Dietrich Nackmayr hat in der Österreichischen Militärischen Zeitschrift in den Ausgaben 4 und 5 in 2016 einen 2 teiligen Beitrag über „Die Arktis –Testfeld für eine neue, globale geopolitische Architektur unter besonderer Berücksichtigung von China“ veröffentlicht.
    Teil 1
    Teil 2

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