Trotz verbesserter Rahmenbedingungen für die deutsche Seeschifffahrt durch die Bundesregierung im Jahre 2016 hat der Anteil von Schiffen unter deutscher Flagge gegenüber der Gesamtzahl der Schiffe der von Deutschland aus betriebenen Flotte einen neuen Tiefstand erreicht. Angesichts dieser Erosion der Schifffahrt in Deutschland mit gravierenden Folgen für das auch künftig erforderliche maritime Know-how hält der Deutsche Nautische Verein (DNV) eine Diskussion über die Wirkung der Schifffahrtsförderung für gegeben, denn es gehe "um nicht weniger als um die Zukunft des Schifffahrtsstandortes Deutschland mit den über 400 000 Menschen, deren Existenz von der maritimen Wirtschaft abhängig ist", wie der DNV-Vorstand erklärte.
Eine solche Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung fand im Rahmen des 23. Parlamentarischen Nautischen Abends am 7. November in Berlin statt. Der DNV-Vorsitzende Frank Wessels betonte in seiner Einführung, dass für eine seemännische Ausbildung in Deutschland auch ausreichend Schiffe unter deutscher Flagge vorhanden sein müssten und stellte die Frage, ob die Förderung der deutschen Schifffahrt durch die Bundesregierung auch einen nachhaltigen Erfolg bringe. In einem Grußwort unterstrich der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, die Bedeutung des Zusammenhalts in der Europäischen Gemeinschaft. "Jeden Tag wird der Einfluss der 500 Millionen Europäer gegenüber den inzwischen auf sieben Milliarden Menschen gewachsenen Weltbevölkerung geringer". Man dürfe nicht glauben, dass man aus einer solchen Position heraus weltweite Standards durchsetzen könne. Insofern sei zumindest eine europäische Zusammenarbeit notwendig, sagte Ferlemann. Im Hinblick auf das Thema des 23. Parlamentarischen Nautischen Abends sagte er, dass man nach den Rahmenanpassungen durch die Bundesregierung auch gewisse Erwartungen an die Reeder habe. Die Wirkung der Fördermaßnahmen werde man in Kürze "evaluieren", so der Politiker.
Unter der Moderation des stellvertretenden DNV-Vorsitzenden und DNV-Geschäftsführers Nicolai Woelki diskutierten anschließend Oliver Grundmann von der CDU, Uwe Schmidt von der SPD, Hagen Reinhold von der FDP, Claudia Müller von den Grünen und Andreas Mrosek von der AfD, ob die Förderungsmaßnahmen der Bundesregierung zur Förderung der deutschen Schifffahrt auch den gewünschten Erfolg bringen würden. Zuvor aber gab der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Ralf Nagel, eine Einschätzung der Lage aus Sicht der deutschen Reederschaft ab. Er gab zu bedenken, dass die Reeder derzeit wegen verschiedener Faktoren, wie Globalisierungsdruck und immer neuen und strengeren Umweltauflagen, unter enormem Kostendruck stünden. Nagel: "Die deutsche Handelsflotte wird immer älter und die Rolle, die sie in der Welt spielt, immer kleiner. Ich frage mich angesichts der derzeitigen Entwicklung, was in zehn oder 15 Jahren noch noch da ist, was zu fördern wäre". Immerhin, so Nagel weiter, sei es ja gelungen, den Rückgang der Anzahl deutscher Seeleute bei 6000 zu stoppen.
In der Diskussion nahmen nach den Darlegungen der Politiker ihrer jeweiligen Standpunkte allerdings Defizite bei der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen durch die Politik den breiteren Raum ein. Aus dem Publikum wurde beklagt, dass die vom Bund zugesagten Förderbeträge lange auf sich warten ließen, was ein Vetrterer der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auch in gewissem Umfange zugab und in diesem Falle Besserung versprach. Ein anderer Reeder fühlte sich schlecht behandelt, weil er nach einer Kollision eines seiner Schiffe auf der Schelde bei der Dienststelle Schiffssicherheit mit dem Hinweis, es sei Freitag Nachmittag und keine Dienstzeit mehr, eine Weiterfahrgenehmigung des Schiffes nach Dänemark zur Reparatur verweigert wurde. "Das hat mich 30 000 Euro gekostet", so der empörte Reeder. Die Unerreichbarkeit nach Feierabend allerdings bestritten die Dienststelle Schiffssicherheit und das BSH und stellten klar, dass die Behörden in einem solchen Falle rund um die Uhr sieben Tage die Woche für alle Reeder zu erreichen seien.
Kritik wurde auch an den hohen Gebühren geübt, die das Amtsgericht für das Schiffsregister erhebt. "Die Reederei Maersk wird sicherlich viel Geld dafür bezahlt haben, die kürzlich erworbenen Hamburg-Süd-Schiffe aus dem deutschen Schiffsregister zu löschen. Die Eintragung der Schiffe in das dänische Register wird die Reederei dagegen wohl nichts gekostet haben", so eine Stimme aus dem Publikum. Damit sollte klar gemacht werden, dass zwar der Wille in der Verwaltung vorhanden sei, den Reedereien keine unnötigen Schwierigkeiten zu bereiten, es bei der Umsetzung dessen aber oft hapert. "Im Vergleich zum Ausland stehen wir schlecht dar", hieß es. Einigkeit unter den Diskussionsteilnehmern herrschte bei der Frage nach den Treibstoffen der Zukunft darüber, dass Dieselkraftstoff noch mindestens zehn, wenn nicht noch mehr Jahre der Treibstoff in der Transportbranche bleiben werde.

 

Der 23. Parlamentarische Nautische Abend in Berlin wurde eröffnet mit Ansprachen des Vorsitzenden des Deutschen Nautischen Vereins (DNV), Frank Wessels (links), und des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesverkehrsministeriums, Enak Ferlemann

Einen historischen Überblick zur Geschichte des DNV gab der Beiratsvorsitzende Prof. Dr. Peter Ehlers

Mit einem Senatsempfang im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses und einem anschließenden Schifffahrtsessen im Restaurant „Das Parlament“ im Rathauskeller hat der Deutsche Nautische Verein von 1868 e.V. (DNV) mit rund 300 Gästen sein 150jähriges Bestehen gefeiert und eine Festschrift vorgestellt.

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Am Donnerstag den 27. September 2018 wird im Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam das Buch "Europa, das Meer und die Welt" von Jürgen Elvert vorgestellt. Das Meer verbindet Europa mit der Welt. Die facettenreiche Geschichte der daraus entstehenden Verflechtungen schildert das von Prof. Dr. Jürgen Elvert vorgelegte Buch. 

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Es gab und gibt schmerzhafte Einschnitte, aber zur aktuellen Situation in der Schifffahrt gehört auch, dass sich zunehmend realistische Chancen auftun. Das war eine der zentralen Erkenntnisse beim 21. HANSA-Forum »Schifffahrt | Finanzierung« jüngst in Hamburg.

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Die 11. Maritime Convention fand am 14. November 2017 in Berlin statt. "Nach der Wahl: Was muss die Politik über das Maritime wissen?" Die Frage war in der Einladung des Deutschen Maritimen Instituts (DMI) und des griephan zur Maritime Convention 2017 präzise gestellt, leider nahm von den besonders angesprochenen Abgeordneten des Deutschen Bundestages keiner an der Veranstaltung teil: die Sondierungsgespräche über die zu bildende Regierung nahmen alle in Anspruch.

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Die Bedeutung maritimer Abhängigkeiten für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist eine wichtige Größe für das mit Hochtechnologie führende und exportabhängige Baden-Württemberg.
Wie können freie, zuverlässige Seeverbindungswege für die globalen Handelsströme gesichert werden? Welche Aspekte Maritimer Sicherheit sind im wirtschaftlichen Umfeld anzutreffen?

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Das 21. HANSA Forum »Schifffahrt | Finanzierung« geht aktuellen Schifffahrts- und Investmenttrends auf den Grund.

Charterraten und Schiffswerte in der Container- und Dry-Bulk-Schifffahrt haben wieder angezogen, obwohl es zu Jahresanfang noch so schien, als gäbe es gar keine Hoffnung. Viele Investoren sind inzwischen sogar fest davon überzeugt, dass die Krise überstanden sei und es von jetzt an kontinuierlich bergauf gehe. Fakt ist: Kapital fließt wieder in Strömen!
Börsengelistete Reedereien in New York und Oslo sowie private Investmentfonds haben dieses Jahr Milliarden eingesammelt und kaufen seit Monaten auf Teufel komm raus Schiffe. Die Second-Hand-Märkte brummen, und seit Frühsommer werden auch wieder kräftig Bauaufträge bei den Werften platziert, vor allem für Bulk Carrier. 
Einige Broker und Berater preisen bereits die »besten Schnäppchenangebote seit Jahrzehnten« an. Anderen wird hingegen Angst und Bange, sie warnen, dass Investments auf dem jetzigen Preisniveau immer noch hoch spekulativ seien, weil Zeitcharterraten und Terminfrachtpreise dafür noch zu niedrig seien. Wer behält am Ende Recht?
Das HANSA Forum – dieses Jahr zum 21. Mal – bringt Experten und Markteilnehmer aus dem In- und Ausland zusammen, um auf verschiedenen Ebenen zu erforschen, ob die Schifffahrt wirklich wieder reif für Investments ist oder ob die nächste gewaltige Blase droht. Und welche Konsequenzen sich daraus für die eigene Strategie ergeben.

Auf dem Programm stehen:
• Aktuelle Prognosen für die Schifffahrtssegmente im Licht der diesjährigen Kapazitäts- und Verkehrsentwicklung von der Research-Leiterin der DVB Bank, Henriette Brent-Petersen
• Keynotes von führenden Playern in ihren jeweiligen Segmenten: dem CEO des neuen japanischen Mega-Carriers ONE, Jeremy Nixon, und der Chefin der omnipräsenten Tramp-Reederei Navios, Angeliki Frangou
• Chinesische Leasing-Finanzierung für Schiffe: von der Anbahnung bis zum Abschluss, mit Hai Jin, Executive Director von COSCO Shipping Funds
• Updates zu Kapitalmarkttrends von Clarkson Platou, Pareto und dem Investmentmanager Transport Capital
• Neues aus Bilanzierung und Schiffsbewertung von Experten der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma KPMG
• Im Anschluss ausgiebiges Networking in entspannter Atmosphäre bei Speis und Trank

 

Sehen Sie hier die Agenda ein: pdf21_HANSA_Forum2017_Agenda.pdf

 

Weitere Details erfahren Sie hier.

 

Frank Ganseuer schreibt im MarineForum 09-2017: Es ist mittlerweile schon eine traditionsreiche Veranstaltung, das „Maritime Kolloquium Wilhelmshaven“, dessen 6. Ausgabe in Regie des Deutschen Maritimen Institutes sowie der „Wilhelmshavener Zeitung“, der Einsatzflottille 2 und des „griephan“ am 15. Juni dieses Jahres im „Atlantik- Hotel“ in Wilhelmshaven stattfand. Der Präsident des Deutschen Maritimen Institutes, Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker, konnte neben einer zahlreich erschienenen „maritimen community“ auch eine renommierte Referentenreihe begrüßen, die das Thema des Kolloquiums, „Wie seefest ist das Maritime in Deutschland?“ aus jeweils verschiedenen Perspektiven abschreiten würde.

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Nächste Veranstaltung:

10. Maritimer Afterwork Club:
Berlin, 01.11.2018

„Globale Märkte, nationale Verantwortung – Was heißt das für Schiffbau & Meerestechnik?“
zu den 1. Impressionen
Der 11. MAWC ist in der vierten Januarwoche 2019 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin geplant.